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Socìetas Raffaello Sanzio & Scott Gibbons / Italien + USA The Cryonic Chants Objektive Gesänge und Gedichte, einem teilnahmslosen Tier entlockt || ca. 60 min
Mit freundlicher Unterstützung von: Festival d’Avignon, Hebbel Theater Berlin, Kunstenfestivaldesarts Brüssel, Bergen International
Festival, Odéon Théâtre de l’Europe und Festival d’Automne Paris, Romaeuropa Festival, Le Maillon Théâtre Strasbourg,
LIFT (London International Festival of Theatre), Théâtre des Bernardines und Théâtre du Gymnase Marseille, Emilia
Romagna Teatro Fondazione Modena
Die Gruppe Socìetas Raffaello Sanzio gehört zu den radikalsten Vertretern des „nuovo teatro“ in Italien und
ist seit Jahren auf den wichtigsten Theaterfestivals der Welt zu Gast. Sie betrachtet das Theater als eine
Kunstform, die alle anderen Künste in sich vereint und alle Sinne des Zuschauers anspricht. Die Zusammenarbeit
mit dem amerikanischen Musiker Scott Gibbons geht bis ins Jahr 1998 zurück und hat sich
durch die Arbeit an „Tragedia Endogonidia“ vertieft – ein elfteiliger Zyklus zur Erforschung der Tragödie in
der Gegenwart, der zwischen 2002 und 2004 in elf europäischen Städten aufgeführt wurde. Dieser Zyklus
und die Auseinandersetzung mit dem Wesen der Tragödie bilden auch den Kern für „The Cryonic Chants“.
Für das Konzert für elektronische Musik, vier Sängerinnen und Video wurde der Begriff „Tragödie“ wörtlich
genommen. „Tragos“ ist das Lied des Ziegenbocks und somit wird dieses Tier zum Autor für einen unumstößlichen,
weil zufälligen und sachlichen Text. Mit Hilfe eines hoch entwickelten technischen Systems wird
die Schrittfolge einer Ziege entlang auf dem Boden ausgelegter Buchstabenreihen aufgezeichnet. Chiara
Guidi „erntet“ diese Buchstabencluster und formt daraus Wörter. Diese neue Sprache ist in keinem Wörterbuch
zu finden, obwohl sie noch den Regeln einer menschlichen Syntax unterliegt. Zusammen mit der
Musik von Scott Gibbons entstehen eine majestätische Sinfonie und Gesänge, die von einer anderen Welt,
aus einer anderen Zeit und von einem anderen Wesen zu stammen scheinen. Die sich entfaltende elektroakustische
Komposition ist beeinflusst von altertümlichen Harmonielehren, Gregorianischen Gesängen und
Zwölftonmusik. Die Umsetzung dieses komplexen Konzepts für die Bühne erscheint auf den ersten Blick
wie ein einfaches Konzert. Das Zusammenspiel von Musik und Videoprojektion entpuppt sich jedoch
schnell als ein raffiniertes und rauschhaftes Erlebnis, das die Sinne herausfordert und verwirrt.
“The Cryonic Chants” is a concert for electronic music, four voices and video projection and also research into the essence
of tragedy. For “The Cryonic Chants” the term has been taken literally, “tragos” being the chant of the goat. Thus
the animal becomes the author by strolling past letters laying on a carpet. Chiara Guidi harvested these clusters of letters
and formed new words. The result is a majestic symphony in a language that is utterly foreign, from another earth, from
another time and another being.
www.raffaellosanzio.org
www.red-noise.com
Realisiert von Scott Gibbons und Chiara Guidi | Stimmen: Claudia Castellucci, Monica Demuru, Chiara Guidi und Teodora
Castellucci | Ton: Marco Olivieri | Licht: Giacomo Gorini


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15.05.2009, um: 19:30 h || Markgrafentheater
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